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Landeseigene Wohnungen in Berlin: So kommst du an eine Wohnung bei degewo, Gewobag & Co.

Rund 375.000 Wohnungen in Berlin gehören dem Land — verteilt auf sechs Wohnungsbaugesellschaften: degewo, Gewobag, HOWOGE, GESOBAU, WBM und STADT UND LAND. Dazu kommt Berlinovo mit möblierten Apartments und Studentenwohnungen. Mieterhöhungen sind dort per Vereinbarung mit dem Senat gedeckelt — entsprechend umkämpft ist jedes freie Angebot.

Auf eine Warteliste setzen kannst du dich in der Regel nicht: Gewobag, HOWOGE und WBM schließen das ausdrücklich aus. Wer eine dieser Wohnungen will, muss das Inserat sehen, solange es online ist. Dieser Ratgeber zeigt, wo die sieben Unternehmen inserieren, wie sie auswählen und was du vorbereiten solltest.

Bei den meisten landeseigenen Vermietern entscheidet ein Zufallsverfahren — aber nur unter denen, die sich gemeldet haben, solange die Anzeige online war.

Die sieben auf einen Blick

Unternehmen Wohnungen Größte Bezirke Vergabe
degewo 82.637 Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick Zufall bei der Besichtigungs-Einladung
HOWOGE 82.152 Lichtenberg (drei Viertel des Bestands) Los bei Besichtigung und Zusage
Gewobag 75.091 Spandau, Pankow Zufall bei der Besichtigungs-Einladung
STADT UND LAND 53.304 Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick Zufall bei der Besichtigungs-Einladung
GESOBAU 49.054 Pankow, Reinickendorf begrenzte Termine, Auswahl nach sozialen Kriterien
WBM 34.040 Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte Zufall nach der Besichtigung
Berlinovo 18.666 Marzahn-Hellersdorf, Spandau —

Wohnungszahlen: Stand 30. Juni 2025 (Berlinovo: 30. September 2025), aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage, Drucksache 19/24229. Das Auswahlverfahren beschreiben die Unternehmen jeweils auf ihren eigenen Seiten (verlinkt unten).

Wie viele Wohnungen an WBS-Haushalte gehen

Die sechs Gesellschaften haben mit dem Senat eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die von 2024 bis Ende 2027 gilt. Der wichtigste Punkt für Wohnungssuchende:

  • 63 Prozent aller Wiedervermietungen gehen an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein (WBS) — je zur Hälfte an Haushalte bis 140 Prozent und bis 220 Prozent der Bundes-Einkommensgrenze.
  • Ein Viertel davon ist für besondere Bedarfsgruppen reserviert, etwa wohnungslose Menschen, Geflüchtete, Studierende oder Menschen, die von Gewalt betroffen sind.

Im Jahr 2024 lag der WBS-Anteil laut Senatsverwaltung sogar bei 66,1 Prozent von insgesamt 12.398 Wiedervermietungen.

Für dich heißt das: Mit WBS stehen dir fast zwei Drittel der frei werdenden Wohnungen offen, ohne WBS rund ein Drittel. Prüfe also, ob du einen bekommst — mit den Stufen bis WBS 220 liegen die Einkommensgrenzen höher, als viele denken. Einen schnellen Check bieten Gewobag und degewo an; beantragt wird der WBS beim Wohnungsamt deines Bezirks, auch online. Er ist kostenlos und gilt in der Regel ein Jahr. Einkommensgrenzen, Unterlagen und Antrag Schritt für Schritt stehen im Ratgeber WBS in Berlin.

inberlinwohnen.de: das gemeinsame Portal

Alle sieben Unternehmen inserieren auch auf inberlinwohnen.de, dem gemeinsamen Portal der Landeseigenen. Betrieben wird es vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Der Wohnungsfinder lässt sich nach Bezirk, Unternehmen und „WBS erforderlich“ filtern.

Beworben wird dort aber nicht: Ein Klick auf „Alle Details“ führt zum Inserat auf der Seite des jeweiligen Unternehmens, und dort läuft die Anfrage. Daneben inserieren die Gesellschaften auf ihren eigenen Seiten und teils auf ImmoScout24 oder Immowelt.

Wie Wohnungsfinder, Konto und Suchprofil im Einzelnen funktionieren, steht im Ratgeber inberlinwohnen.de nutzen.

Die Unternehmen im Einzelnen

degewo

Mit über 82.000 Wohnungen der größte Vermieter unter den Landeseigenen. Die Angebote stehen in der degewo-Immobiliensuche, filterbar nach WBS, und auf inberlinwohnen. Du fragst über das Kontaktformular im Inserat an, ein Zufallsverfahren bestimmt, wer zur Besichtigung eingeladen wird.

Unterlagen schickst du erst, wenn degewo sie anfordert: die letzten drei Gehaltsnachweise und eine Mietzahlungsbestätigung deines aktuellen Vermieters. Eine eigene SCHUFA-Auskunft brauchst du hier ausdrücklich nicht — die Bonität prüft degewo selbst. Als Richtwert gilt: Das Haushaltsnettoeinkommen sollte etwa das Dreifache der Gesamtmiete betragen. (Vermietungsablauf bei degewo)

HOWOGE

Rund drei Viertel der über 82.000 HOWOGE-Wohnungen liegen in Lichtenberg. Die Angebote findest du in der HOWOGE-Wohnungssuche und in der eigenen App. Nach deiner Anfrage entscheidet ein automatisiertes Losverfahren über die Besichtigung; danach gibst du Haushaltsgröße und Einkommen an und lädst Nachweise hoch. Kommen mehrere Bewerber infrage, entscheidet erneut das Los. Eine Warteliste gibt es laut HOWOGE nicht. (Vermietungsprozess bei HOWOGE)

Gewobag

Die Gewobag vermietet nach eigenen Angaben ausschließlich online: über ihre Mietangebote, inberlinwohnen und ImmoScout24. Wartelisten führt sie nicht, Bewerbungen per Post werden nicht berücksichtigt. Nach deiner Online-Anfrage werden die Besichtigungstermine per Zufall vergeben; im Anschluss reichst du über ein zweites Formular deine Unterlagen ein. Nur vollständige Bewerbungen kommen in die Endauswahl. (Wohnungssuche bei der Gewobag)

STADT UND LAND

Die Angebote stehen in der Wohnungssuche von STADT UND LAND, auf inberlinwohnen und auf den üblichen Portalen. Du fragst online direkt am Inserat an, ein automatisiertes Zufallsverfahren wählt aus, wer zur Besichtigung kommt. Einkommensnachweise, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und gegebenenfalls den WBS reichst du danach über einen Link per E-Mail ein. (Hinweise zur Anmietung)

GESOBAU

Die GESOBAU inseriert auf ihrer Wohnungssuche, auf inberlinwohnen, ImmoScout24 und Immowelt. Beworben wird über ein Konto bei der Plattform Immomio. Hier zählt Tempo besonders: Die Besichtigungstermine sind begrenzt, und sind sie vergeben, kommen keine weiteren dazu. Ausgewählt wird nach sozialen Kriterien und mit Blick auf eine ausgewogene Mieterschaft.

Gefragt sind Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, die letzten drei Gehaltsnachweise, gegebenenfalls WBS und — falls nötig — ein Aufenthaltstitel, der noch mindestens sechs Monate über den Einzug hinaus gilt. Bürgschaften zählen nicht als Einkommen. (Vermietungshinweise der GESOBAU)

WBM

Die WBM vermietet vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Angebote stehen unter WBM-Angebote; angefragt wird ausschließlich über das Formular am Ende des Inserats. Nach der Besichtigung wählt ein Zufallsverfahren aus, wer Unterlagen einreichen darf. Wartelisten oder Wohnungsticker bietet die WBM bewusst nicht an — allerdings kannst du über ein Interessentenformular ein Wohnungsgesuch hinterlegen, das sie berücksichtigen kann, ohne etwas zu versprechen. Besichtigungen durch Dritte, auch mit Vollmacht, sind ausgeschlossen. (FAQ der WBM)

Berlinovo

Berlinovo gehört ebenfalls dem Land, ist aber keine der sechs Wohnungsbaugesellschaften. Das Angebot unterscheidet sich: neben klassischen Wohnungen vor allem möblierte Apartments mit Pauschalmiete, Studentenwohnungen und Wohnungen für Beschäftigte und Senioren. Interessant, wenn du befristet nach Berlin kommst oder studierst.

Was du vorbereiten solltest

Weil bei den meisten Gesellschaften erst das Los und dann die Unterlagen entscheiden, gewinnt, wer im Lostopf landet und danach sofort liefern kann.

  1. WBS beantragen, falls du berechtigt bist. Die Bearbeitung kann Wochen dauern — beantrage ihn, bevor du ihn brauchst.
  2. Unterlagen digital bereithalten: drei Gehaltsnachweise, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Ausweis, gegebenenfalls Aufenthaltstitel. Was im Einzelnen dazugehört, steht in der Checkliste für die Wohnungssuche.
  3. Alle sieben im Blick behalten. Nicht jedes Angebot steht überall gleichzeitig, und jede Gesellschaft hat ihre eigene Seite.
  4. Auf Betrug achten. Echte Angebote der Landeseigenen bekommst du über ihre Websites, inberlinwohnen und seriöse Portale — degewo bietet nach eigenen Angaben keine Wohnungen über WhatsApp oder Instagram an, die GESOBAU nicht über soziale Medien oder Kleinanzeigen. Wer Geld für einen Besichtigungstermin verlangt, ist kein seriöser Vermieter.

Neue Inserate im Blick behalten

Sieben Unternehmen, sieben Websites, dazu inberlinwohnen und ImmoScout24: Das per Hand mehrmals am Tag zu prüfen, schafft kaum jemand. Der Immobilien Bot überwacht inberlinwohnen und die Seiten aller sieben Landeseigenen rund um die Uhr — zusammen mit den großen Portalen — und schickt dir eine Push-Benachrichtigung, sobald ein passendes Angebot online geht. Mit dem WBS-Filter blendest du WBS-Wohnungen wahlweise aus oder lässt dir nur diese anzeigen.

Das Anschreiben liegt dabei schon fertig in der App: Beim Antippen eines Angebots werden Adresse, Größe und Zimmerzahl automatisch eingesetzt, und der Text landet in der Zwischenablage. Du musst nur noch einfügen und abschicken.