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Was ist eine Bonitätsauskunft? Der Nachweis, den Vermieter wirklich sehen wollen

„Bitte bringen Sie eine Bonitätsauskunft mit.“ Steht in fast jeder Anzeige, und spätestens beim zweiten Besichtigungstermin fragt jemand danach. Aber was genau ist das eigentlich — und reicht nicht auch der kostenlose Ausdruck, den du mal angefordert hast?

Kurze Antwort: nein, der reicht meistens nicht. Und der Unterschied kostet dich im Zweifel die Wohnung.

Was in einer Bonitätsauskunft steht

Eine Bonitätsauskunft ist ein kurzes Dokument, das einem Dritten — hier: deinem künftigen Vermieter — bestätigt, dass du deine Rechnungen bezahlst. Sie enthält bewusst wenig: in der Regel deinen Namen, die Bestätigung, dass keine negativen Zahlungserfahrungen vorliegen, und einen Score oder eine Einstufung.

Was sie nicht enthält, ist genauso wichtig: keine Kontostände, keine Gehaltshöhe, keine Liste deiner Verträge, keine Kreditanfragen. Genau deshalb ist sie das richtige Dokument für die Wohnungsbewerbung — sie beantwortet die eine Frage, die der Vermieter stellen darf, und sonst nichts.

Eine Bonitätsauskunft ist kein Blick in dein Konto. Sie ist ein Ja oder Nein auf die Frage: Zahlt diese Person zuverlässig?

Ausgestellt wird sie von einer Auskunftei. Die bekannteste ist die SCHUFA, aber sie ist nicht die einzige: Auch Regis24, CRIF, Boniversum und Creditreform führen solche Daten. Ob ein Vermieter die Auskunft einer anderen Auskunftei akzeptiert, entscheidet er selbst — frag im Zweifel kurz nach.

Reicht die Schufa-Datenkopie für den Vermieter?

Meistens nicht. Die kostenlose Datenkopie ist laut SCHUFA nur für deine persönliche Information gedacht, sie enthält viel mehr, als ein Vermieter wissen muss, und sie kommt per Post. Für die Bewerbung ist eine Bonitätsauskunft für Dritte das passende Dokument. Die beiden werden ständig verwechselt: Sie kommen von derselben Stelle, sehen ähnlich aus und sind trotzdem für komplett verschiedene Zwecke gemacht.

Die kostenlose Datenkopie steht dir nach Artikel 15 DSGVO zu. Sie ist dafür da, dass du prüfen kannst, was über dich gespeichert ist. Entsprechend ausführlich ist sie: jede Kreditanfrage, jeder Handyvertrag, jedes Konto. Das ist für dich nützlich und für den Vermieter deutlich zu viel Information. Dazu kommt: Sie wird per Post zugestellt, laut SCHUFA in der Regel innerhalb von sieben Tagen, bei hohem Andrang auch später.

Die kostenpflichtige Bonitätsauskunft ist die Variante für Dritte. Gekürzt auf das Nötige, sofort als PDF, und oft mit einem Prüfcode, mit dem der Vermieter die Echtheit verifizieren kann.

Kostenlose Datenkopie Bonitätsauskunft
Zweck Selbstauskunft für dich Nachweis für Dritte
Inhalt Alle gespeicherten Daten Nur das Zahlungsverhalten
Zustellung Per Post Sofort als PDF
Dauer ca. 1 Woche, teils länger Minuten
Kosten 0 € ca. 18–30 €

Wer auf dem Berliner, Hamburger oder Münchner Markt sucht, merkt den Unterschied sofort: Bis die Post kommt, ist die Wohnung oft schon vergeben.

Was sie kostet und wo du sie bekommst

Die SCHUFA verkauft ihre Variante als „BonitätsCheck“. Daneben gibt es Anbieter, die auf denselben Zweck zielen und die Daten anderer Auskunfteien nutzen — für Vermieter macht das in der Praxis keinen Unterschied, solange das Dokument aktuell und prüfbar ist.

Wie aktuell muss sie sein?

Ein offizielles Ablaufdatum gibt es nicht — wie alt das Dokument sein darf, entscheidet der Vermieter. Hol es dir deshalb erst dann, wenn die ersten Besichtigungen anstehen. Was in der Praxis üblich ist und wie lange der SCHUFA-BonitätsCheck prüfbar bleibt, steht im Ratgeber Wie lange ist eine Schufa-Auskunft gültig?

Brauchst du sie wirklich?

Rechtlich: nein. Kein Vermieter kann dich zwingen, eine Bonitätsauskunft vorzulegen, und bis zum Vertragsabschluss darf er die Frage nach deiner Zahlungsfähigkeit überhaupt nur eingeschränkt stellen.

Praktisch: Wenn sich dreißig Leute auf dieselbe Wohnung bewerben, entscheidet der Vermieter nach dem, was auf dem Tisch liegt. Wer die Auskunft gleich mitschickt, ist einen Schritt weiter als alle, die sie erst beantragen müssen. Die Bewerbung, die vollständig ist, landet oben.

Du schuldest niemandem deine Unterlagen. Aber wer sie parat hat, gewinnt das Rennen gegen die, die noch suchen.

Der Rest deiner Bewerbungsmappe

Die Bonitätsauskunft ist ein Baustein von mehreren. Vollständig wird deine Bewerbung erst mit Ausweiskopie, Einkommensnachweisen, Mieterselbstauskunft, gegebenenfalls einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung — und einem kurzen Anschreiben, das sagt, wer du bist.

Welche Unterlagen das im Einzelnen sind, wie du sie bündelst und welche sechs Regeln bei der Bewerbung den Unterschied machen, steht gesammelt in der Checkliste für die Wohnungssuche.

Damit die fertige Mappe auch zum Einsatz kommt, musst du passende Angebote rechtzeitig sehen. Der Immobilien Bot überwacht 26 Wohnungsportale rund um die Uhr und schickt dir eine Push-Nachricht, sobald eine passende Wohnung online geht.