
Du hast deine Traumwohnung gefunden, aber der Vormieter will eine Ablöse für die Küche? Super, denn eine fertige Küche zu übernehmen, kann dir eine Menge Stress sparen. Aber Achtung: Die geforderte Summe kann es in sich haben. Damit du nicht in eine Kostenfalle tappst, zeigen wir dir, wie du den Preis fair berechnest.
Ein fairer Ablösepreis basiert immer auf dem Zeitwert der Küche. Es geht also darum, was die Küche heute noch wert ist – und nicht, was sie mal neu gekostet hat.
Was steckt hinter der Küchenablöse?
Früher oder später stolperst du bei der Wohnungssuche über das Thema Ablöse. Meistens geht es darum, dass der Vormieter seine Einbauküche in der Wohnung lassen und dafür Geld haben möchte. Verständlich, denn der Ausbau ist oft mühsam und teuer. Aber was ist ein fairer Preis dafür?
Das Wichtigste zuerst: Eine Ablöse ist eine komplett freiwillige Sache zwischen dir und dem Vormieter. Du bist absolut nicht verpflichtet, die Küche zu kaufen. Auch der Vermieter kann dich dazu nicht zwingen, es sei denn, die Küche gehört offiziell zur Mietsache und steht im Mietvertrag. Diese Freiwilligkeit verschafft dir eine super Verhandlungsposition.
Der Zeitwert – das A und O für einen fairen Preis
Der Schlüssel für eine faire Ablöse küche berechnung ist der sogenannte Zeitwert. Dieser Begriff klingt vielleicht kompliziert, meint aber nur den aktuellen Wert der Küche. Dafür schaust du dir das Alter, den ursprünglichen Preis und natürlich die Abnutzung an. Wie bei einem Auto verliert auch eine Küche mit den Jahren an Wert. Der emotionale Wert, den der Vormieter vielleicht noch in seiner Küche sieht, spielt für die Berechnung keine Rolle.
Entscheidend ist nicht, was die Küche mal gekostet hat, sondern was sie zum Zeitpunkt der Übergabe objektiv noch wert ist. Eine realistische Einschätzung schützt dich vor überzogenen Forderungen und gibt dir eine solide Basis für die Preisverhandlung.
Für die Berechnung des Zeitwerts gibt es ein bewährtes Schema. Schon im ersten Jahr verliert eine Küche im Schnitt 24 % ihres Neuwerts. Bei einer Küche, die mal 10.000 € gekostet hat, sind das mal eben 2.400 € weniger. In den darauffolgenden Jahren kommen dann pro Jahr nochmal 4 % Wertverlust obendrauf.
Hier ist eine kleine Übersicht, die dir ein Gefühl für den Wertverlust gibt:
Wertverlust einer Küche im Überblick
Diese Tabelle zeigt dir den durchschnittlichen prozentualen Wertverlust einer Einbauküche über die Jahre, basierend auf dem Neuwert.
| Alter der Küche (in Jahren) | Durchschnittlicher Wertverlust | Restwert (in %) |
|---|---|---|
| 1 | 24 % | 76 % |
| 5 | 40 % | 60 % |
| 10 | 60 % | 40 % |
| 15 | 80 % | 20 % |
Nach 15 Jahren ist eine Küche also nur noch rund ein Fünftel ihres ursprünglichen Preises wert. Das solltest du bei der Verhandlung im Hinterkopf behalten.
Was sagt das Gesetz dazu?
Das deutsche Mietrecht hat zum Glück eine klare Regelung, die dich vor Wucher schützt. Eine Ablöseforderung ist rechtlich unwirksam, wenn sie den tatsächlichen Zeitwert um mehr als 50 % übersteigt. Falls du also zu viel bezahlt hast und das erst später merkst, könntest du den überzahlten Betrag theoretisch zurückfordern. Aber wer will schon diesen Stress? Besser ist es, von Anfang an richtig zu kalkulieren.
In unserem weiterführenden Artikel kannst du im Detail nachlesen, was eine Ablöse genau ist und welche rechtlichen Feinheiten du kennen solltest.
Bevor du also vorschnell zusagst, lass dir vom Vormieter unbedingt ein paar Unterlagen zeigen. Das ist dein gutes Recht!
- Die Originalrechnung der Küche: Sie ist der beste Beleg für den Neupreis und das Kaufdatum.
- Rechnungen für neue Elektrogeräte: Wurden Kühlschrank oder Herd zwischendurch ausgetauscht? Dann sind diese natürlich mehr wert.
- Infos zu Marke und Qualität: Ist es eine hochwertige Markenküche oder ein günstiges Modell vom Möbeldiscounter? Das macht einen Riesenunterschied.
Mit diesen Infos hast du alles in der Hand, um die Forderung zu prüfen und eine faire Ablöse küche berechnung selbst durchzuführen. So kannst du nicht nur schneller deine Wohnung finden, sondern machst auch einen fairen Deal.
Den Zeitwert der Küche selbst berechnen
Jetzt geht's ans Eingemachte. Aber keine Sorge, du musst kein Mathe-Ass sein, um die Ablöse für eine Küche zu berechnen. Mit einer ziemlich simplen und bewährten Formel kannst du jede Forderung ruckzuck selbst überprüfen. Das gibt dir ein super Gefühl dafür, was ein fairer Preis ist.
Die gängigste Methode, um den Zeitwert zu ermitteln, ist die sogenannte lineare Abschreibung. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Im Grunde bedeutet das nur, dass die Küche im ersten Jahr am meisten an Wert verliert und danach in gleichmäßigen, kleineren Schritten. Das ist ziemlich realistisch, oder?
Die Formel für den Zeitwert
Die Berechnung folgt einem klaren Schema, das den anfänglich hohen Wertverlust gut abbildet. So gehst du vor:
- Im ersten Jahr verliert die Küche pauschal 24 % ihres ursprünglichen Kaufpreises. Das ist der größte Batzen.
- Ab dem zweiten Jahr ziehst du für jedes weitere Nutzungsjahr zusätzlich 4 % vom Neupreis ab.
Diese Methode hat sich in der Praxis bewährt und ist eine super Grundlage für die Verhandlungen zwischen dir und dem Vormieter. Sie schafft eine faire und nachvollziehbare Basis.

Man sieht hier ganz gut, wie der Wert am Anfang richtig in den Keller geht und sich der Verlust danach deutlich verlangsamt. Das solltest du bei deiner eigenen Kalkulation immer im Hinterkopf behalten.
Praxisbeispiele für deine Berechnung
Graue Theorie hilft nur bedingt, lass uns das Ganze mal mit echten Zahlen durchspielen. Hier habe ich drei typische Szenarien vorbereitet, denen du bei deiner Wohnungssuche sicher begegnen wirst. So siehst du sofort, wie Neupreis und Alter die Ablöse beeinflussen.
Beispielrechnungen für verschiedene Küchentypen
Hier siehst du konkrete Berechnungen für drei unterschiedliche Küchen, um die Anwendung der Formel zu verdeutlichen.
| Merkmal | Beispiel 1: Günstige Pantryküche | Beispiel 2: Standard-Einbauküche | Beispiel 3: Hochwertige Markenküche |
|---|---|---|---|
| Neupreis | 1.500 € | 6.000 € | 14.000 € |
| Alter | 3 Jahre | 6 Jahre | 9 Jahre |
| Verlust im 1. Jahr (24%) | 360 € | 1.440 € | 3.360 € |
| Verlust weitere Jahre (4%) | 120 € (2 Jahre) | 1.200 € (5 Jahre) | 4.480 € (8 Jahre) |
| Gesamter Wertverlust | 480 € | 2.640 € | 7.840 € |
| Faire Ablöse (Zeitwert) | 1.020 € | 3.360 € | 6.160 € |
Wie du siehst, ist es keine Raketenwissenschaft. Mit dieser simplen Rechnung hast du eine starke Argumentationsgrundlage in der Hand.
Kleiner Tipp am Rande: Denk dran, dass die Übernahme einer Küche immer eine separate Vereinbarung neben dem Mietvertrag ist. Wenn du wissen willst, wie du einen Vertrag zur Übernahme von Möbeln rechtssicher aufsetzt, schau dir mal unseren Ratgeber dazu an. Sicher ist sicher.
Besonders beim dritten Beispiel wird klar: Selbst eine ältere, aber ursprünglich teure Küche kann noch einen beachtlichen Wert haben. Die 6.160 € sind da ein gutes Beispiel.
Mit diesen Berechnungen bist du bestens für jede Verhandlung gewappnet. Aber denk dran: Die Zahlen sind eine Sache, der tatsächliche Zustand der Küche ist die andere. Und genau darum kümmern wir uns im nächsten Abschnitt.
Was über den reinen Rechenwert hinaus zählt
Die Formel für den Zeitwert ist eine super Sache und ein fairer Startpunkt, um die Küchenablöse zu berechnen. Aber mal ehrlich: Die reine Mathematik erzählt nur die halbe Geschichte. Der tatsächliche Zustand und die Qualität der Küche sind am Ende oft viel entscheidender als das Alter auf dem Papier.
Stell dir vor: Eine fünf Jahre alte Markenküche aus einem Single-Haushalt, in der kaum gekocht wurde, kann top in Schuss sein. Dagegen kann die drei Jahre alte Küche einer Großfamilie schon richtig was mitgemacht haben. Genau auf diese Details kommt es bei der Besichtigung an, denn sie entscheiden über einen fairen Preis.

Elektrogeräte genau unter die Lupe nehmen
Die E-Geräte sind meist die teuersten Posten in der Küche. Hier gibt es gewaltige Unterschiede in Qualität und Preis, die du auf dem Schirm haben musst. Ein No-Name-Gerät ist eben nicht mit einem langlebigen Markengerät zu vergleichen.
Frag deshalb ganz gezielt nach den Herstellern. Handelt es sich um bekannte Namen wie Siemens, Bosch oder Miele? Solche Marken stehen für Qualität und rechtfertigen einen höheren Restwert. Vielleicht wurden einzelne Geräte ja auch später nachgerüstet und sind damit jünger als der Rest der Küche? Lass dir dafür am besten die Rechnungen zeigen, das schafft Klarheit.
Der sichtbare Zustand: Fronten und Arbeitsplatte im Check
Der erste Eindruck zählt, aber lass dich nicht blenden. Schau dir alle Oberflächen bei gutem Licht ganz genau an. Klar, ein paar kleine Kratzer sind bei einer gebrauchten Küche normal. Aber tiefe Schrammen, abgesplitterte Kanten oder gar Wasserflecken sind handfeste Mängel.
- Küchenfronten: Wo löst sich die Folie? Oft passiert das an Griffen oder rund um den Geschirrspüler, wo heißer Dampf entweicht. Check auch auf Dellen und Kratzer.
- Arbeitsplatte: Gibt es Brandflecken neben dem Kochfeld? Tiefe Schnitte vom Gemüseschneiden? Besonders kritisch sind aufgequollene Stellen, meist rund um die Spüle.
- Scharniere und Schubladen: Mach einfach mal alles auf und zu. Laufen die Schübe leise und geschmeidig? Funktionieren die Soft-Close-Mechanismen noch oder hakt und quietscht es?
Jeder dieser Punkte ist ein super Argument, um den errechneten Zeitwert noch etwas nach unten zu korrigieren. Am besten, du machst direkt Fotos von allem, was dir auffällt. Dann hast du in der Verhandlung was in der Hand.
Eine zerkratzte Arbeitsplatte oder eine klemmende Schublade sind mehr als nur ein Schönheitsfehler. Ein Austausch kann schnell ein paar hundert Euro kosten – das solltest du im Preisgespräch unbedingt ansprechen.
Sonderausstattung: Was den Wert wirklich steigern kann
Genauso wie Mängel den Preis drücken, können coole Extras den Wert einer Küche fairerweise erhöhen. Hochwertige Ausstattungen machen den Alltag leichter, kosten in der Anschaffung aber auch richtig Geld.
Halt die Augen offen nach diesen Werttreibern:
- Apothekerschrank: Diese hohen, ausziehbaren Schränke sind super praktisch, aber auch teuer.
- Kochinsel: Schafft nicht nur mehr Arbeitsfläche und Stauraum, sondern ist auch ein modernes Design-Highlight.
- Clevere Ecklösungen: Ein „Le-Mans-Auszug“ oder ein Karussell nutzen tote Ecken perfekt aus und sind viel mehr wert als ein simples Regalbrett.
- Besondere Materialien: Eine Arbeitsplatte aus Echtholz, Granit oder Stein ist eine ganz andere Hausnummer als die Standard-Kunststoffplatte.
Wenn die Küche solche Extras hat und diese noch gut in Schuss sind, ist es nur fair, wenn der Vormieter dafür einen Aufschlag verlangt. Du musst dann für dich abwägen, ob dir diese Features den Aufpreis wert sind. Am Ende geht es darum, einen Preis zu finden, mit dem beide Seiten gut leben können und der den echten Wert der Küche widerspiegelt.
Deine Checkliste für Besichtigung und Verhandlung
Gute Vorbereitung ist die halbe Miete – das gilt ganz besonders, wenn es um die Ablöse für eine Küche geht. Wenn du strukturiert an die Sache herangehst, wirkst du bei der Wohnungsbesichtigung und im Gespräch danach viel selbstbewusster. So stellst du sicher, dass du nichts Wichtiges übersiehst und deine Berechnung für die Küchenablöse auf einem soliden Fundament steht.
Diese Checkliste ist dein Spickzettel, damit du im Eifer des Gefechts einen kühlen Kopf bewahrst. Sie hilft dir, den Zustand der Küche systematisch zu prüfen und alle Fakten zu sammeln, die du für eine faire Verhandlung brauchst. Am Ende findest du so nicht nur schneller deine Traumwohnung, sondern schließt auch einen Deal ab, mit dem du langfristig glücklich bist.

Hausaufgaben machen – schon vor der Besichtigung
Noch bevor du überhaupt einen Fuß in die Wohnung setzt, kannst du wichtige Vorarbeit leisten. Frag den Vormieter einfach vorab nach ein paar grundlegenden Infos zur Küche. Das signalisiert nicht nur dein ernsthaftes Interesse, sondern liefert dir auch die harten Fakten für deine eigene Kalkulation.
- Originalrechnungen anfragen: Bitte freundlich um die Kaufbelege für die Küche und die E-Geräte. So kennst du den exakten Neupreis und das Alter – die wichtigsten Eckpfeiler für deine Berechnung.
- Marken der Geräte erfragen: Ein Miele-Kühlschrank verliert anders an Wert als ein No-Name-Produkt. Die Info hilft dir, den Restwert besser einzuschätzen.
- Eigene Berechnung durchführen: Sobald du die Daten hast, kannst du schon mal eine erste grobe Schätzung des Zeitwerts machen. So gehst du mit einer realistischen Preisvorstellung in den Termin.
Mit dieser Vorbereitung hast du eine solide Basis und zeigst dem Vormieter, dass du dich mit dem Thema wirklich beschäftigt hast.
Der Küchen-Check vor Ort: Deine Checkliste
Jetzt wird’s praktisch. Nimm dir bei der Besichtigung ganz bewusst Zeit für die Küche. Lass dich nicht hetzen und geh die folgenden Punkte in Ruhe durch. Am besten machst du dir Notizen und knipst Fotos von allem, was dir auffällt.
1. Elektrogeräte auf Herz und Nieren prüfen
- Funktionstest: Schalte den Backofen kurz an (Ober-/Unterhitze, Umluft), teste ein paar Herdplatten. Geht das Licht im Kühlschrank an, kühlt er? Ein einfacher Test, der viel verrät.
- Zustand der Dichtungen: Sind die Gummis an Kühl- und Gefrierschrank noch geschmeidig und schließen sie dicht? Brüchige Dichtungen sind versteckte Stromfresser.
- Geschirrspüler-Check: Klappe auf und Nase rein. Riecht es muffig? Zieh die Körbe raus. Laufen sie leicht oder rosten sie schon?
- Dunstabzugshaube: Funktionieren Licht und Lüftung auf allen Stufen? Ein Blick auf die Fettfilter zeigt, wie gut die Küche gepflegt wurde.
2. Schränke und Schubladen genau inspizieren
- Laufruhe: Öffne und schließe alle Schubladen und Türen. Hakt oder quietscht etwas? Funktionieren die Soft-Close-Mechanismen noch wie am ersten Tag?
- Scharniere und Griffe: Sitzen alle Griffe fest? Sind die Scharniere intakt oder hängt eine Tür schief?
- Das Innenleben: Wirf einen genauen Blick in die Schränke. Gibt es Wasserflecken unter der Spüle? Das ist ein Warnsignal! Sind die Einlegeböden durchgebogen?
3. Oberflächen und Arbeitsplatte kritisch begutachten
- Arbeitsplatte: Suche gezielt nach Kratzern, Brandflecken oder aufgequollenen Stellen. Besonders kritisch sind die Bereiche rund um Spüle und Kochfeld.
- Fronten: Gibt es Macken, Dellen oder Stellen, an denen sich die Beschichtung löst? Schau dir vor allem die Kanten und Ecken genau an.
- Spüle und Armatur: Ist das Spülbecken zerkratzt? Tropft der Wasserhahn? Wie stark sind die Kalkablagerungen?
Jeder Mangel, den du entdeckst, ist ein legitimer Grund für einen Preisabschlag. Es geht nicht darum, den Preis um jeden Preis zu drücken, sondern einen Betrag zu finden, der den tatsächlichen Zustand der Küche fair widerspiegelt.
Tipps für eine erfolgreiche Preisverhandlung
Okay, du hast alle Fakten gesammelt und eine klare Vorstellung vom Wert der Küche. Jetzt kommt die Verhandlung. Mit der richtigen Taktik findet ihr eine Einigung, die für beide Seiten passt.
Starte das Gespräch positiv. Sag, dass du die Möglichkeit, die Küche zu übernehmen, grundsätzlich super findest. Das schafft eine gute Atmosphäre. Lege dann ganz sachlich deine Berechnung vor und erkläre, wie du auf deinen Wert gekommen bist.
Wenn du Mängel ansprichst, bleib immer freundlich und konstruktiv. Statt zu sagen „Der Backofen ist ja total verdreckt“, formulier es lieber so: „Mir ist aufgefallen, dass der Backofen eine professionelle Reinigung vertragen könnte. Die Kosten dafür würde ich im Preis gern berücksichtigen.“
Sei bereit, einen Kompromiss zu schließen. Vielleicht trefft ihr euch in der Mitte, oder der Vormieter lässt als Ausgleich noch die Mikrowelle da. Das Ziel ist eine faire Einigung, damit du ohne Bauchschmerzen in dein neues Zuhause starten kannst.
So hältst du die Ablöse sauber im Vertrag fest
Ein Handschlag ist nett, keine Frage. Aber wenn’s ums Geld geht, solltest du dich nie darauf verlassen. Schon gar nicht bei der Ablöse für eine Küche. Eine saubere, schriftliche Vereinbarung ist hier Gold wert und schützt dich und den Vormieter vor bösen Überraschungen. So läuft bei der Wohnungsübergabe alles glatt.
Ohne etwas Schriftliches sind Missverständnisse vorprogrammiert. Was war jetzt nochmal alles im Preis drin? Was, wenn der Geschirrspüler nach einer Woche den Geist aufgibt? Ein einfaches Dokument schafft hier klare Verhältnisse und gibt beiden Seiten Sicherheit.
Rechtliche Grundlagen, die dir den Rücken stärken
Bevor wir ins Detail gehen, was im Vertrag stehen muss, gibt es zwei Fakten, die du unbedingt kennen solltest. Sie sind deine Trümpfe im Ärmel und geben dir eine starke Verhandlungsposition.
Das Wichtigste zuerst: Du bist niemals verpflichtet, die Küche deines Vormieters zu übernehmen. Das ist eine reine Verhandlungssache zwischen euch beiden. Dein Vermieter hat da absolut nichts mitzureden und darf den Mietvertrag nicht davon abhängig machen, dass du die Küche kaufst.
Lass dich bloß nicht unter Druck setzen. Wenn dir die Küche nicht zusagt oder der Preis einfach unfair ist, sagst du „Nein“. Der Vormieter muss die Küche dann auf eigene Kosten ausbauen und mitnehmen. So einfach ist das.
Außerdem schiebt das Gesetz überzogenen Preisforderungen einen Riegel vor. Eine Ablöse, die mehr als 50 % über dem tatsächlichen Zeitwert der Küche liegt, gilt als Wucher. Ein solcher Deal wäre rechtlich unwirksam. Falls du schon zu viel bezahlt hast, könntest du den überschüssigen Betrag theoretisch sogar zurückfordern. Aber mal ehrlich, wer will schon so in ein neues Mietverhältnis starten? Besser ist es, die Küchen-Ablöse von Anfang an fair zu berechnen und auf einer soliden Basis zu verhandeln.
Was unbedingt in den Übernahmevertrag muss
Keine Sorge, du musst jetzt keinen Anwalt beauftragen. Ein guter Übernahmevertrag ist kein juristisches Hexenwerk. Ein einfaches Schriftstück, das die wichtigsten Punkte glasklar festhält, reicht völlig aus, um dich abzusichern.
Diese Punkte sollten auf keinen Fall fehlen:
- Die Beteiligten: Eure vollständigen Namen und Adressen – also deine als Käufer und die des Vormieters als Verkäufer.
- Der Kaufgegenstand: Eine supergenaue Auflistung aller Möbel und Geräte. Am besten mit Marke, Modell und Kaufjahr, falls bekannt. Also nicht nur „Backofen“, sondern „Siemens Einbau-Backofen, Modell HB578ABS0, gekauft 2019“.
- Der Zustand der Küche: Haltet alle Mängel fest, die ihr bei der Besichtigung findet. Zum Beispiel: „Kratzer auf der Arbeitsplatte links neben der Spüle“ oder „Schublade unter dem Herd klemmt“. Ein paar Fotos als Anhang sind hier perfekt.
- Der Preis und die Bezahlung: Der final vereinbarte Betrag in Euro. Legt auch fest, wie und bis wann bezahlt wird, z. B. „Überweisung bis zum [Datum]“ oder „Bar auf die Hand bei Wohnungsübergabe“.
- Der Gewährleistungsausschluss: Dieser Satz ist für den Verkäufer wichtig und bei Privatverkäufen Standard. Eine Klausel wie „gekauft wie gesehen unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung“ schützt den Vormieter, falls später doch mal was kaputtgeht.
- Datum und Unterschriften: Zum Schluss unterschreiben beide. Erst dann ist der Vertrag gültig.
Eine detaillierte Vorlage und weitere Tipps, wie ein lückenloser Vertrag für eine Wohnungsablöse aussehen kann, haben wir für dich in einem extra Artikel aufbereitet. Mit so einer schriftlichen Vereinbarung in der Tasche schaffst du eine faire Basis für den Küchenkauf und kannst dich entspannt auf dein neues Zuhause freuen.
Deine brennendsten Fragen zur Küchenablöse
Beim Thema Küchenübernahme tauchen immer wieder die gleichen Fragen und Unsicherheiten auf. Kein Wunder, schließlich geht es um dein Geld und einen fairen Start ins neue Zuhause. Wir klären hier kurz und knapp die wichtigsten Punkte, damit du bei der nächsten Wohnungsbesichtigung genau weißt, was Sache ist.
Muss ich die Küche vom Vormieter wirklich kaufen?
Ganz klar: Nein. Niemand kann dich zwingen, die Küche zu übernehmen. Das ist eine rein freiwillige Sache zwischen dir und der Person, die vor dir in der Wohnung gewohnt hat.
Lass dich da auf keinen Fall unter Druck setzen – auch nicht vom Vermieter. Der beliebte Spruch „Es gibt aber schon andere Interessenten, die die Küche sofort nehmen würden“ ist oft nur ein Bluff. Du bist zu nichts verpflichtet.
Die einzige Ausnahme: Die Küche ist offiziell Teil der Mietsache und steht so im Mietvertrag. Dann gehört sie aber dem Vermieter, und eine Ablöse wird gar nicht erst fällig.
Was mache ich, wenn der Preis total überzogen ist?
Wenn dir die geforderte Summe spanisch vorkommt, solltest du hellhörig werden. Ein Preis, der mehr als 50 % über dem tatsächlichen Zeitwert der Küche liegt, ist rechtlich gesehen Wucher. So eine Vereinbarung ist unwirksam. Deine beste Taktik in diesem Fall? Bereite dich vor und erstelle deine eigene, realistische Berechnung der Küchenablöse.
Konfrontiere den Vormieter nicht vorwurfsvoll, sondern lege ihm sachlich deine eigene Kalkulation vor und mach ein faires Gegenangebot. Bleibt er stur, ist das sein Problem. Du musst die Küche nicht kaufen, und er muss sie dann auf eigene Kosten vor deinem Einzug ausbauen.
Was gehört alles in einen Übernahmevertrag?
Ein mündlicher Deal oder ein Handschlag ist eine schlechte Idee. Haltet die wichtigsten Punkte unbedingt schriftlich fest, um späteren Ärger zu vermeiden. Das muss kein seitenlanger Roman sein, aber diese Details sollten für klare Verhältnisse sorgen:
- Der Kaufpreis: Die Summe, auf die ihr euch am Ende geeinigt habt.
- Eine genaue Liste: Was genau kaufst du? Führt alle Schränke und Elektrogeräte auf, am besten mit Marke und Modell.
- Das Alter der Küche: Schreibt das ungefähre Alter der Küche und der einzelnen Geräte auf.
- Bekannte Mängel: Notiert alle Kratzer, kaputten Scharniere oder sonstigen Macken, die euch aufgefallen sind. So gibt es später keine Diskussionen.
- Ausschluss der Gewährleistung: Eine Formulierung wie „gekauft wie gesehen“ ist bei Privatverkäufen üblich und schützt den Verkäufer.
- Datum und Unterschriften: Beide Seiten unterschreiben – fertig.
Die passende Wohnung zu finden, ist schon eine Herausforderung. Die Verhandlung um die Küche muss es nicht sein. Um bei der Wohnungssuche selbst den Turbo einzulegen, ist Immobilien Bot die schnellere, all-in-one Lösung. Er scannt alle Portale für dich und schickt dir die neuesten Angebote sofort zu. So bist du oft der Erste, der sich meldet. Finde dein neues Zuhause schneller auf https://www.immobilien-bot.de.