
Super, die Zusage für deine Traumwohnung ist da! Die Sektkorken knallen aber erst, wenn der Mietvertrag unterschrieben ist. Und genau hier solltest du nochmal tief durchatmen und ganz genau hinschauen.
Dein Mietvertrag: Bloß nicht blind unterschreiben!
Endlich hältst du ihn in den Händen – den Mietvertrag. Oft ein ganz schöner Papierstapel, vollgepackt mit Paragrafen und Formulierungen, bei denen du schnell mal den Faden verlierst. Aber keine Panik, das ist kein Grund zur Verunsicherung.
Stell dir den Vertrag einfach als die Spielregeln für dein neues Zuhause vor. Er legt fest, was du darfst und was dein Vermieter darf – und was eben nicht. Damit das Zusammenleben fair und entspannt abläuft, schauen wir uns das Ganze jetzt mal gemeinsam an. Ich helfe dir, das Juristendeutsch zu knacken, damit du am Ende mit einem richtig guten Gefühl unterschreibst.
Kleiner Tipp aus Erfahrung: Ein seriöser Vermieter wird dir immer genug Zeit geben, den Vertrag in Ruhe zu prüfen. Lass dich niemals unter Druck setzen – eine Unterschrift ist bindend und kann nicht mal eben zurückgenommen werden.
Warum sich ein genauer Blick wirklich lohnt
Gerade wenn der Wohnungsmarkt angespannt ist und du wochenlang nach einer Wohnung gesucht hast, ist die Erleichterung über eine Zusage riesig. Du willst den Deal nur noch eintüten. Genau das ist aber der Moment, in dem du unvorsichtig wirst und Klauseln übersiehst, die später richtig Ärger machen können.
Ein gut geprüfter Vertrag ist Gold wert. Er schützt dich vor bösen Überraschungen und sorgt dafür, dass von Anfang an klare Verhältnisse herrschen. Du weißt, was auf dich zukommt, und kannst dich auf das Wichtigste konzentrieren: dein neues Leben in der Wohnung.
- Versteckte Kosten vermeiden: Wir checken, ob bei den Nebenkosten oder Reparaturen alles fair geregelt ist.
- Unfaire Klauseln entlarven: Nicht alles, was im Vertrag steht, ist auch erlaubt. Wir zeigen dir, worauf du achten musst.
- Deine Rechte kennenlernen: Haustiere? Untervermietung? Wir klären, was geht und was nicht.
- Sorgenfrei einziehen: Mit einem klaren Vertrag startest du ohne Bauchschmerzen in den neuen Lebensabschnitt.
Die wichtigsten Klauseln im Mietvertrag: Worauf du jetzt achten musst
Endlich, der Mietvertrag liegt auf dem Tisch! Die Wohnungssuche ist geschafft, und du bist nur noch eine Unterschrift von deinem neuen Zuhause entfernt. Aber halt – bevor du den Stift zückst, atme einmal tief durch. Jetzt kommt der wichtigste Teil: der Vertrags-Check.
Was hier schwarz auf weiß steht, entscheidet darüber, wie entspannt dein Mietverhältnis wird. Ich zeige dir, welche Klauseln du ganz genau unter die Lupe nehmen solltest und wo die typischen Fallstricke lauern.
Ein guter Überblick ist alles. Bevor du dich in die Details stürzt, hilft dir diese Grafik, den richtigen Ablauf im Kopf zu behalten: Erst prüfen, dann verhandeln oder eben unterschreiben.

Wie du siehst, ist die Unterschrift wirklich der allerletzte Schritt. Lass uns also gemeinsam reinschauen, was im Kleingedruckten so alles stecken kann.
Die Sache mit der Miete: Staffelmiete und Indexmiete
Klar, die Kaltmiete kennst du. Aber immer öfter finden sich im Vertrag Regelungen, die die Miete in Zukunft automatisch erhöhen. Hier gibt es zwei Modelle, die du unbedingt kennen solltest.
Staffelmiete: Hier steht schon im Vertrag, wann die Miete um einen festen Betrag steigt. Das klingt erstmal planbar. Der Haken? Die Erhöhung kommt automatisch, egal, ob die Mieten in deiner Gegend stagnieren oder sogar fallen.
Indexmiete: Bei diesem Modell ist deine Miete an die allgemeine Inflationsrate gekoppelt (den Verbraucherpreisindex). Steigen die Lebenshaltungskosten, darf auch dein Vermieter die Miete anpassen. In Zeiten hoher Inflation kann das schnell teuer werden. Ob sich eine Indexmiete für dich lohnt, hängt stark von der wirtschaftlichen Lage ab. Mehr zu den Vor- und Nachteilen der Indexmiete haben wir in einem eigenen Artikel für dich aufgeschlüsselt.
Mein Tipp aus der Praxis: Bei einer Staffelmiete sind weitere Mieterhöhungen, zum Beispiel nach einer Modernisierung, ausgeschlossen. Das gibt dir Sicherheit. Bei der Indexmiete ist das leider nicht so einfach.
Das ewige Streitthema: Schönheitsreparaturen und Kleinreparaturen
Hier wird es oft knifflig. Eine typische Klausel besagt, dass du für kleine Reparaturen an Dingen aufkommen musst, die du täglich nutzt – denk an tropfende Wasserhähne, kaputte Lichtschalter oder wackelige Fenstergriffe.
Damit das fair bleibt, achte unbedingt auf zwei Punkte:
- Es muss eine klare Obergrenze pro Reparatur geben. Alles über 100 bis 120 Euro ist meistens nicht mehr „klein“.
- Es braucht auch eine Gesamtobergrenze pro Jahr. Diese sollte maximal 6 bis 8 % der Jahreskaltmiete betragen.
Noch heikler ist das Thema Schönheitsreparaturen. Viele Vermieter versuchen, die komplette Renovierungspflicht auf die Mieter abzuwälzen. Aber Achtung: Die meisten dieser Klauseln sind unwirksam! Starre Fristen wie „alle drei Jahre die Küche streichen“ sind fast immer ungültig. Und hast du die Wohnung unrenoviert übernommen, musst du in der Regel gar nichts machen, es sei denn, du hast dafür einen fairen Ausgleich bekommen.
Befristung und Kündigungsverzicht: Wie lange musst du bleiben?
Normalerweise schließt du einen unbefristeten Mietvertrag ab. Wenn dein Vertrag befristet ist, braucht der Vermieter einen handfesten Grund, zum Beispiel angemeldeten Eigenbedarf zu einem konkreten Datum. Steht kein Grund im Vertrag, ist die Befristung unwirksam.
Achte auch auf einen möglichen Kündigungsverzicht. Damit könnt ihr euch beide für maximal vier Jahre binden. Das bedeutet aber auch, dass du in dieser Zeit nicht einfach so kündigen kannst – selbst wenn du für einen neuen Job umziehen müsstest. Überleg dir gut, ob du dich so lange binden willst.
Um dir den Dschungel der Vertragsklauseln etwas zu lichten, habe ich hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte zusammengestellt:
Typische Mietvertragsklauseln und ihre Bedeutung für dich
Eine Übersicht der häufigsten und wichtigsten Klauseln in Mietverträgen, was sie bedeuten und worauf du achten solltest.
| Klausel | Was es bedeutet | Dein Checkpunkt |
|---|---|---|
| Schönheitsreparaturen | Pflicht zum Streichen, Tapezieren etc. | Sind die Fristen starr? Wurde die Wohnung renoviert übergeben? Viele Klauseln sind unwirksam! |
| Kleinreparaturen | Du zahlst für kleine Schäden an oft genutzten Teilen. | Gibt es eine Obergrenze pro Reparatur (ca. 120 €) und pro Jahr (ca. 6-8 % der Jahresmiete)? |
| Haustierhaltung | Regelungen zu Hund, Katze, Hamster & Co. | Ein generelles Verbot ist unwirksam. Kleintiere sind immer erlaubt, bei Hund/Katze entscheidet der Einzelfall. |
| Kündigungsverzicht | Du (und der Vermieter) verzichtet für eine Zeit auf das Kündigungsrecht. | Ist die Dauer (max. 4 Jahre) für deine Lebensplanung in Ordnung? |
| Befristung | Der Mietvertrag endet zu einem festen Datum. | Ist ein zulässiger Grund (z. B. Eigenbedarf) im Vertrag genannt? Wenn nicht, ist die Befristung unwirksam. |
| Untervermietung | Ein Zimmer an eine andere Person vermieten. | Ein pauschales Verbot ist nicht erlaubt. Der Vermieter braucht einen triftigen Grund, um abzulehnen. |
Diese Tabelle ist dein Spickzettel. Wenn dir eine dieser Klauseln im Vertrag begegnet, weißt du jetzt, worauf es ankommt und wo du vielleicht nachhaken oder sogar verhandeln solltest.
Die lieben Mitbewohner: Haustiere und Untermieter
Eine Klausel wie „Haustierhaltung ist verboten“ kannst du getrost ignorieren – sie ist unwirksam. Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Fische darfst du immer halten. Bei Hunden und Katzen ist es eine Abwägungssache. Hier brauchst du in der Regel die Zustimmung des Vermieters, die er aber nicht ohne Grund verweigern darf.
Und was, wenn du mal für ein paar Monate ins Ausland willst und ein Zimmer untervermieten möchtest? Dafür brauchst du die Erlaubnis des Vermieters. Aber auch hier gilt: Er darf nur aus wichtigem Grund ablehnen, zum Beispiel wenn die Wohnung dadurch überbelegt wäre.
Gib deine Traumwohnung nicht sofort auf, nur weil eine Klausel seltsam klingt. Oft hilft ein offenes Gespräch mit dem Vermieter, um Missverständnisse auszuräumen oder eine Formulierung anzupassen.
Miete und Kaution: So schützt du dich vor Kostenfallen
Kommen wir zum Eingemachten: dem Geld. Dein Mietvertrag regelt, was du monatlich zahlst – und genau hier lauern die teuersten Fallstricke. In den angespannten Wohnungsmärkten, die wir heute in vielen Städten haben, wird leider oft versucht, die Grenzen des rechtlich Erlaubten bis zum Maximum auszureizen. Damit du finanziell auf der sicheren Seite bist, schauen wir uns die drei großen Kostenpunkte – Miete, Nebenkosten und Kaution – mal ganz genau an.

Man muss es klar sagen: Der deutsche Mietmarkt ist seit Jahren extrem angespannt. Das ist keine Übertreibung, sondern Fakt. Das DIW Berlin hat errechnet, dass die Nettokaltmieten seit 2010 bundesweit um krasse 64 Prozent gestiegen sind. In Städten wie München liegt der Preis pro Quadratmeter inzwischen bei durchschnittlich 22,8 Euro. Diese Zahlen solltest du im Kopf haben, denn sie zeigen, warum es so wichtig ist, bei der Miete nicht einfach alles zu unterschreiben. Ein kurzer Blick auf die Hintergründe der aktuellen Mietpreisentwicklung hilft dir, die Lage besser einzuschätzen.
Die Kaltmiete und die Mietpreisbremse – dein Schutzschild
Die Nettokaltmiete ist der reine Preis für die Wohnung, ohne Nebenkosten. Klingt einfach, aber hier gibt es eine wichtige Regel: die Mietpreisbremse. In vielen Städten und Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt sorgt sie dafür, dass die Miete bei einem neuen Vertrag höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf.
Aber woher weißt du, was „ortsüblich“ ist?
- Der Mietspiegel: Die meisten Städte stellen einen qualifizierten Mietspiegel zur Verfügung, den du oft ganz einfach online findest. Das ist deine erste und beste Anlaufstelle.
- Vergleichswohnungen: Alternativ kannst du auch drei Wohnungen mit ähnlicher Lage, Größe und Ausstattung als Referenz heranziehen. Das ist aber deutlich aufwendiger.
Wenn du das Gefühl hast, die geforderte Miete ist zu hoch, kannst du das rügen. Im besten Fall bekommst du sogar zu viel gezahltes Geld zurück.
Nebenkosten: Was wirklich auf dich zukommt
Auf die Kaltmiete obendrauf kommen dann noch die Nebenkosten, auch Betriebskosten genannt. Hier gibt’s zwei Varianten:
- Vorauszahlung: Das ist der Standard. Du zahlst jeden Monat einen Abschlag und kriegst einmal im Jahr eine detaillierte Abrechnung. Je nach Verbrauch kann das eine Nachzahlung oder ein Guthaben bedeuten.
- Pauschale: Hier zahlst du einen festen Betrag, mit dem alles abgegolten ist. Es gibt keine Jahresabrechnung. Das klingt bequem, ist aber oft teurer, weil Vermieter hier einen Puffer einrechnen.
Die Vorauszahlung ist meistens der fairere Weg für dich. Schau dir genau an, welche Posten auf dich umgelegt werden sollen. Kosten für die Hausverwaltung oder Reparaturen am Gebäude haben in deiner Nebenkostenabrechnung nichts zu suchen! Ein super Tipp, um die Heizkosten besser einzuschätzen: Frag nach dem Energieausweis für Wohngebäude. Er verrät dir, wie energieeffizient das Haus ist.
Aus der Praxis: Ein häufiger Fehler im Mietvertrag ist ein pauschaler Verweis auf die Betriebskostenverordnung. Das reicht rechtlich nicht! Der Vermieter muss die einzelnen Kostenpunkte, die er auf dich umlegen will, im Vertrag explizit auflisten.
Die Kaution: Deine Sicherheit, nicht das Geld des Vermieters
Die Mietkaution dient dem Vermieter als Sicherheit, falls du mal mit der Miete im Rückstand bist oder beim Auszug Schäden hinterlässt. Die Spielregeln dafür sind aber ganz klar im Gesetz festgelegt.
Diese drei Punkte sind nicht verhandelbar:
- Die Kaution darf maximal drei Nettokaltmieten betragen – keinen Cent mehr.
- Du hast immer das Recht, die Kaution in drei gleichen monatlichen Raten zu zahlen. Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, nicht schon bei der Vertragsunterschrift.
- Der Vermieter ist verpflichtet, dein Geld getrennt von seinem eigenen Vermögen auf einem speziellen Kautionskonto anzulegen, das auch Zinsen bringt.
Gerade beim Auszug gibt es oft Streit um die Kaution. Wenn du deine Rechte kennst und auf einer sauberen Regelung im Vertrag bestehst, bist du auf der sicheren Seite. Willst du noch tiefer in das Thema einsteigen? In unserem ausführlichen Artikel zur Mietkaution haben wir alles Wichtige zusammengefasst, damit du dein Geld am Ende sicher zurückbekommst.
Das A und O vor der Unterschrift: Das Übergabeprotokoll
Okay, der Vertrag ist fast in trockenen Tüchern, aber ein ganz entscheidender Termin steht noch an: die Wohnungsübergabe. Nimm diesen Termin mindestens genauso ernst wie den Vertragscheck selbst. Was hier und heute festgehalten wird, kann dir später jede Menge Ärger und Geld sparen. Das Übergabeprotokoll ist dein Joker, wenn es beim Auszug um die Kaution geht.

Plane für die Übergabe genug Zeit ein und lass dich auf keinen Fall hetzen. Ein lückenloses Protokoll ist deine beste Absicherung, damit dir beim Auszug keine Schäden angehängt werden, die du gar nicht verursacht hast. Im Grunde sicherst du dir damit ab, deine Kaution auch wirklich vollständig zurückzubekommen.
Augen auf: Mängel finden und richtig festhalten
Am besten gehst du mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung systematisch durch jeden einzelnen Raum. Jeder Kratzer, jede Macke, egal wie klein, gehört ins Protokoll. Sei dabei so genau wie möglich – das zahlt sich aus.
Hier ein paar Dinge, die du dir ganz genau anschauen solltest:
- Böden: Kratzer im Parkett? Ein Fleck im Teppich, der nicht mehr rausgeht? Vielleicht eine gesprungene Fliese im Bad? Notiere genau, wo der Mangel ist.
- Wände & Decken: Gibt es alte Bohrlöcher vom Vormieter? Farbunterschiede, weil nur schnell drübergestrichen wurde? Schau besonders in den Ecken nach feuchten Stellen – das könnte ein Hinweis auf Schimmel sein.
- Fenster & Türen: Schließen alle richtig oder zieht es irgendwo? Check die Dichtungen. Gibt es Kratzer im Glas oder am Rahmen?
- Bad & Küche: Lass einmal alle Wasserhähne und die Dusche laufen. Spül die Toilette. Wirf einen Blick auf die Silikonfugen – sind sie rissig oder schon schwarz? Gibt es Kalkränder oder Sprünge im Waschbecken?
- Heizung & Elektrik: Dreh kurz alle Heizkörper auf. Werden sie warm? Um die Steckdosen zu prüfen, reicht ein einfaches Handyladegerät.
Am Ende ist das Protokoll eine genaue Bestandsaufnahme. Vergiss nicht, alle Zählerstände für Strom, Wasser und Gas sowie die genaue Anzahl aller übergebenen Schlüssel (Wohnung, Keller, Briefkasten) festzuhalten. Wenn du noch tiefer ins Detail gehen willst, haben wir in unserem Guide zur Wohnungsübernahme alles Wichtige zusammengefasst: Wohnungsübernahme: Worauf du als Mieter achten solltest.
Mein Tipp aus Erfahrung: Fotos, Fotos, Fotos! Dein Smartphone ist hier dein bester Freund. Mach von jedem einzelnen Mangel Detail- und Übersichtsaufnahmen. Ein Bild sagt im Streitfall mehr als tausend Worte und ist ein knallharter Beweis.
So vermeidest du Zoff um die Kaution
Ein sauber geführtes Übergabeprotokoll ist die beste Versicherung für deine Kaution. Das ist kein Geheimnis, denn Streitigkeiten um die Kaution gehören zu den häufigsten Mietrechtsproblemen überhaupt. Die Prozess-Statistik 2024 des Deutschen Mieterbundes zeigt, dass allein die Mietkaution 16,9 Prozent aller Auseinandersetzungen ausmacht. Rechnet man andere Vertragsverletzungen hinzu, die oft mit der Kaution zusammenhängen, sind es sogar 30,4 Prozent.
Unterschreibe das Protokoll erst, wenn wirklich alle Mängel vollständig und korrekt aufgelistet sind. Du und der Vermieter sollten beide eine unterschriebene Kopie für die eigenen Unterlagen bekommen. So schafft ihr von Anfang an klare Verhältnisse und du kannst dein neues Kapitel ganz entspannt beginnen.
Du siehst: Beim Thema „Mietvertrag worauf achten als Mieter“ geht es nicht nur um Paragrafen, sondern auch um die handfeste Dokumentation. Ein sorgfältiges Protokoll ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern einfach nur professionell und schützt am Ende beide Seiten.
Nach der Unterschrift: Deine Checkliste für einen entspannten Start
Na, herzlichen Glückwunsch! Der Mietvertrag ist unterschrieben und du hast die Schlüssel in der Hand. Ein mega gutes Gefühl, oder? Aber bevor du jetzt die Umzugskartons schleppst und dich im Einrichtungschaos verlierst, gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk. Wenn du die folgenden Punkte direkt abhakst, sparst du dir später eine Menge Stress und kannst den Start in deinem neuen Zuhause entspannt genießen.
Die wichtigsten To-dos, wenn die Tinte trocken ist
Sobald deine Unterschrift auf dem Vertrag ist, tickt die Uhr. Damit du nicht kurz vor dem Einzug in Hektik verfällst, solltest du dich jetzt um die folgenden Dinge kümmern. Das ist schnell gemacht und du hast den Kopf frei für die eigentliche Umzugsplanung.
Erste Miete und Kaution überweisen: Schau genau in den Vertrag, wann das Geld fällig ist. Meistens müssen die erste Miete und die erste Rate der Kaution schon vor der Schlüsselübergabe beim Vermieter sein. Pünktlichkeit macht hier sofort einen super ersten Eindruck.
Beim Einwohnermeldeamt anmelden: In Deutschland hast du dafür zwei Wochen nach dem Einzug Zeit. Ganz wichtig: Du brauchst die Wohnungsgeberbestätigung von deinem Vermieter. Frag am besten direkt bei der Schlüsselübergabe danach. Viele Bürgerämter bieten mittlerweile Online-Termine an – nutz das, um ewigem Warten zu entgehen.
Strom und Gas anmelden: Kümmer dich so früh wie möglich um einen Energieversorger. Wenn du nämlich gar nichts tust, landest du automatisch in der Grundversorgung, und die ist oft unnötig teuer. Ein kurzer Online-Vergleich dauert nur ein paar Minuten und kann dir über das Jahr gesehen richtig Geld sparen.
Internet und Telefon in die Gänge bringen: Je nach Anbieter und Region kann es gefühlt ewig dauern, bis der Anschluss freigeschaltet wird. Melde deinen Bedarf also lieber gestern als morgen an, sonst sitzt du am Einzugstag ohne WLAN da – der Albtraum schlechthin.
Ein absolutes Muss, das ich wirklich jedem ans Herz lege: die private Haftpflichtversicherung. Die kostet oft nur den Preis von zwei Kaffee im Monat, bewahrt dich aber vor Kosten, die dich ruinieren könnten – denk nur an einen Wasserschaden, der die Wohnung unter dir flutet, oder wenn du aus Versehen den teuren Parkettboden ruinierst.
Gut vorbereitet für einen reibungslosen Start
Neben dem ganzen Papierkram gibt es noch ein paar einfache Dinge, die dir den Start im neuen Heim versüßen. Ein bisschen Organisation jetzt erspart dir später Kopfschmerzen.
Hebe das unterschriebene Übergabeprotokoll zusammen mit deinem Mietvertrag an einem sicheren Ort auf. Glaub mir, diese Dokumente sind beim Auszug Gold wert, falls es mal Diskussionen geben sollte.
Und noch ein kleiner Tipp aus Erfahrung: Stell dich bei deinen direkten Nachbarn vor. Ein kurzes "Hallo, ich bin der/die Neue von oben/nebenan" im Treppenhaus wirkt Wunder für das Miteinander. So fühlst du dich gleich viel wohler.
Wenn du das alles erledigt hast, kannst du dich endlich dem widmen, was richtig Spaß macht: dem Einrichten und Gestalten deines neuen Zuhauses.
Mietvertrag: Deine häufigsten Fragen, kurz und knackig beantwortet
Selbst wenn der Mietvertrag fast unterschriftsreif vor dir liegt, bleiben oft noch ein paar Unsicherheiten. Das ist total normal! Damit du am Ende mit einem guten Gefühl unterschreibst, klären wir hier die Fragen, die in der Praxis am häufigsten auftauchen.
Zählen mündliche Zusagen vom Vermieter?
Ein Klassiker, den ich immer wieder erlebe: mündliche Versprechen. So nett der Vermieter auch wirkt, verlass dich niemals nur auf sein Wort. Im Streitfall zählt fast immer nur das, was schwarz auf weiß im Vertrag steht.
Stell dir vor, dir wird mündlich der Hund erlaubt, im Vertrag steht aber ein Haustierverbot. Zieht ein neuer Eigentümer ein oder es gibt Ärger, hast du rechtlich ganz schlechte Karten.
Mein Tipp: Bestehe immer darauf, wichtige Absprachen schriftlich festzuhalten. Ein freundliches „Können wir das für uns beide zur Sicherheit kurz ergänzen?“ wirkt Wunder und erspart dir später eine Menge Kopfzerbrechen.
Was ist, wenn eine Klausel im Vertrag unwirksam ist?
Du stolperst über eine Klausel, die dir seltsam vorkommt? Zum Beispiel eine starre Vorgabe wie „Alle 5 Jahre sind die Wände zu streichen“? Sehr gut aufgepasst! Solche Klauseln sind oft unwirksam und damit für dich komplett ungültig. Du musst dich nicht daran halten.
Das Beste daran: Anstelle der ungültigen Regelung greift automatisch das Gesetz – und das ist für Mieter fast immer die bessere Option. Du bist auch nicht verpflichtet, den Vermieter auf seinen Fehler hinzuweisen. Im Zweifel verschafft dir eine kurze Beratung beim Mieterverein oder einem Fachanwalt absolute Sicherheit.
Darf mich der Vermieter jahrelang an den Vertrag binden?
Ja, ein sogenannter Kündigungsverzicht ist für einen Zeitraum von maximal vier Jahren erlaubt. Das bedeutet, dass in dieser Zeit weder du noch der Vermieter ordentlich kündigen könnt. Das verschafft beiden Seiten Planungssicherheit, schränkt dich aber auch massiv ein.
Überleg dir also gut, ob du dich so lange binden willst. Was ist, wenn du plötzlich ein Top-Jobangebot in einer anderen Stadt bekommst? Wichtig zu wissen ist aber: Dein Recht auf eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund (z. B. bei massivem Schimmelbefall) bleibt davon unberührt.
Und wer zahlt, wenn im Winter die Heizung ausfällt?
Ganz klar: die Instandhaltung der Wohnung ist Sache des Vermieters. Das gilt natürlich auch für die Heizung. Fällt sie aus, musst du den Mangel sofort melden – am besten nachweisbar, also per E-Mail mit Lesebestätigung.
Setze dem Vermieter eine realistische Frist zur Reparatur. Im Winter ist das ein Notfall, da muss er sofort handeln. Tut er das nicht, kannst du unter Umständen die Miete mindern oder sogar selbst einen Notdienst beauftragen und die Kosten später verrechnen.
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